Risiko von schweren Pneumokokken-Infektionen in bestimmten Ländern höher

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Die schönste Zeit des Jahres ist für viele der Urlaub. Doch so manches Reise-Souvenir ist unerwünscht: Fast jeder vierte Reisende kehrt nicht nur mit tollen Erinnerungen, sondern auch mit einer Atemwegsinfektion aus dem Urlaub zurück. Oftmals handelt es sich dabei um eine Lungenentzündung. Häufiger Auslöser von bakteriellen Lungenentzündungen sind Pneumokokken. Mit diesen Bakterien kann man sich überall infizieren - auch jederzeit in Deutschland. Hat man sich eine solche Infektion allerdings im südöstlichen Europa zugezogen, kann sie besonders gefährlich werden. Denn die Pneumokokken-Stämme, die in diesen Regionen vorkommen, sind häufig resistent gegen Antibiotika [5]. Dadurch kann die Bekämpfung der Infektion an Wirksamkeit verlieren und sich der Krankheitsverlauf erheblich verschlimmern.

Impfung wird für alle Menschen ab 60jahren empfohlen

Ob auf Reisen oder Daheim: Eine Impfung gegen Pneumokokken kann ältere Menschen vor schweren gesundheitlichen Folgen schützen. - Quelle: Daniel Rodriguez - stock.adobe

Für viele ältere Menschen bietet der Urlaub im nahen Ausland die Möglichkeit, Neues zu erleben und schöne Momente in entspannter Atmosphäre zu genießen. Doch in Ländern wie Frankreich, Rumänien oder Portugal besteht ein erhöhtes Risiko, sich mit antibiotikaresistenten Pneumokokken zu infizieren. Das bedeutet, Antibiotika haben weniger Wirkung gegen die Bakterien, weshalb die Infektion schwieriger bekämpft werden und schwerer verlaufen kann. Ältere Menschen, die planen, ihren Urlaub im südlichen oder östlichen Europa zu verbringen, sollten daher an eine Pneumokokken-Impfung denken. Das gilt aber auch für diejenigen, die nicht verreisen. Denn Pneumokokken sind auch in Deutschland ganzjährig aktiv und stellen ein Gesundheitsrisiko für ältere Menschen oder Personengruppen mit geschwächtem Immunsystem dar. Schon eine einmalige Impfung kann schützen und wird für alle Menschen ab 60 Jahren sowie Personen mit gewissen Risikofaktoren standardmäßig von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.

Hausärztin und Internistin Dr. Bettina Schraut betont: "Nicht nur bei Reisen zum Beispiel nach Thailand oder Tansania sind bestimmte Impfungen relevant. Ich empfehle meinen älteren Patient:innen, wenn sie ins südliche Europa reisen, immer eine Pneumokokken-Impfung. Damit sie sich nicht nur im Urlaub, sondern auch für viele Jahre in Deutschland vor schweren Verläufen einer Pneumokokken-Infektion schützen können."

Bei einer Pneumokokken-Infektion mit Lungenentzündung drohen langfristige Folgen

Für Menschen ab 60 Jahren ist eine Infektion mit Pneumokokken besonders gefährlich. Das liegt daran, dass die Kraft des Immunsystems mit den Jahren nachlässt. Daher werden Menschen mit zunehmendem Alter anfälliger für schwere Infektionskrankheiten. Pneumokokken werden durch Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen und können eine Vielzahl von Erkrankungen verursachen, die von leichteren Atemwegsinfekten bis hin zu lebensbedrohlichen Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen reichen. Eine Lungenentzündung kann den Körper stark schwächen und langanhaltende Folgen haben: Viele ältere Menschen erholen sich nicht vollständig und bleiben dauerhaft körperlich stark eingeschränkt. Dadurch können einfache Alltagstätigkeiten wie Treppensteigen, Einkaufen oder Gartenarbeit schwerfallen oder sind ohne Hilfe eventuell gar nicht mehr möglich.

"Viele Menschen unterschätzen, wie sehr eine Lungenentzündung durch Pneumokokken die Lebensqualität im Alter einschränken kann. Als Ärztin kann ich nur betonen: Prävention ist der beste Schutz. Die einmalige Impfung ist eine einfache und effektive Maßnahme, um die eigene Gesundheit und Selbstständigkeit zu bewahren", unterstreicht Frau Dr. Schraut.

Ob Kreuzfahrt oder Sommer auf dem Balkon - die Impfung kann schützen

Die STIKO empfiehlt deshalb allen Menschen ab 60 Jahren eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken. Diese kann jederzeit im Jahr und unabhängig von Reiseplanungen oder der Saison für Atemwegserkrankungen erfolgen. Die Impfung gegen Pneumokokken wird von der STIKO auch für Personen ab zwei Jahren mit bestimmten Grunderkrankungen [A], wie einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), einer Immunschwäche, Asthma oder Diabetes, sowie für Menschen mit speziellen beruflichen Tätigkeiten [B] empfohlen. Als Standard- oder Indikationsimpfung wird die Pneumokokken-Impfung für diese Personen von den Krankenkassen erstattet.

Selbsttest: Pneumokokken - bin ich gefährdet?

Wer sich bezüglich seines Pneumokokken-Risikos unsicher ist, kann dieses anhand von fünf Fragen in nur zwei Minuten mit einem einfachen Online-Selbsttest auf www.lungeschützen.de ermitteln. Zeigt das Testergebnis ein erhöhtes Risiko für eine Pneumokokken-Infektion, sollte im nächsten Schritt mit der Hausärztin oder dem Hausarzt über die Pneumokokken-Impfung gesprochen werden.

Neben dem Selbsttest bietet die Webseite www.lungeschützen.de ausführliche Informationen über die Pneumokokken-Impfung.

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